KAUFBERATUNG

Welcher Stoff für welches Gewand? Wie dick, wie dünn? Wie leicht, wie schwer? Wieviel brauche ich?
Könnt ihr mir eine Schneiderin oder einen Schneider empfehlen?

Wir beantworten deine Fragen gerne per Email über unsere Kontakt-Seite oder telefonisch zu üblichen Geschäftszeiten unter +49 (0) 69 9476 2113.

Themen

TuchundStoff für Eure Gruppe
Stoffkauf ist Vertrauenssache – denn Wolle ist nicht gleich Wolle
Obacht: 330=220! Laufmeter versus Quadratmeter
Dick gleich Warm?

TuchundStoff für Eure Gruppe

Ihr wisst, welche Stoffe in Frage kommen und wollt  euren Mitgliedern bei der Auswahl helfen, damit ein neues Gewand auch sicher zu Zeit, Ort und Stand eurer Darstellung passt?  TuchundStoff hilft Euch dabei!

So einfach geht’s: Ihr sucht die möglichen Stoffe in unserem WebShop aus und sendet uns eine Liste mit den jeweiligen Artikelnummern oder den Produktkategorien über unsere KONTAKT-Seite zu. Wir hinterlegen alle von Euch ausgesuchten Stoffe mit einem Kennwort, das Ihr dann einfach in das Suchfeld unseres WebShops eingebt, um die Liste eurer Stoffe anzuzeigen.

Hier könnt Ihr euch ansehen, wie das bei der IG Gewand zu Bretten, „Um1504“ aussieht. (Zur Website der IG Gewand.)

Wir freuen uns, wenn wir eure Gruppe mit diesem kostenlosen und unverbindlichen Dienst unterstützen können!

Stoffkauf ist Vertrauenssache – denn Wolle ist nicht gleich Wolle.

Die Qualität eines Stoffes zu beurteilen ist für den unerfahrenen Laien oft nicht leicht, denn eine schöne Farbe sagt noch nichts über die Stoffqualität aus. Fällt einem beim Nähen der Stoff unter den Händen auseinander, friert man darin schon bei kühlem Wind und wird schnell nass, verzieht sich der Stoff sowie die schöne Farbe auf andere ehemals schöne Kleidungsstücke und ist das Gewand, in das man so viel Zeit und Mühe investierte schon nach ein paar Mal tragen verschlissen, dann verwandelt sich die Freude über den vermeintlich günstigen Preis schnell in Frust. Hier ein paar Tipps, die helfen sollen, guten Stoff von schlechtem Stoff zu unterscheiden:

Naturreinheit

Für Alle, die Wert auf größtmögliche Authentizität ihrer Darstellung legen, ist zunächst einmal Grundvoraussetzung, dass der Stoff ihres Gewandes keine synthetischen Fasern enthält. Oft fangen hier schon die Probleme bei der Beschaffung an, denn im normalen Stoffhandel bestehen die meisten angebotenen Stoffe zumindest zum Teil aus Synthetikfasern. Im normalen Leben muss das nicht unbedingt schlecht sein, denn Trage-, Pflege- und optische Eigenschaften können hierdurch positiv beeinflusst werden. Im Zusammenhang mit historischen Darstellungen ist dies jedoch nicht erwünscht. Deshalb sind mit Ausnahme von wenigen Spezialtextilien alle von uns angebotenen Stoffe frei von Synthetik.

Ob ein Stoff naturrein ist, kann man durch eine Feuerprobe leicht überprüfen. Man zündet ein kleines ausgeschnittenes Stückchen Stoff mit einem Feuerzeug an, lässt es kurz brennen und löscht es wieder. Reine Wolle riecht nach verbranntem Haar, aus der Asche entstandene kleine Kügelchen lassen sich leicht zwischen den Fingern zerreiben. Reines Leinen riecht nach verbranntem Papier, auch hier lässt sich die Asche leicht zerreiben. Enthält der Stoff synthetische Anteile, riecht es nach Plastik und es verbleiben kleine, feste Kügelchen.

Die Freiheit von Synthetik ist jedoch lediglich eine Grundvoraussetzung, die nichts über die Wolle oder die Webung aussagt und daher kein Qualitätsmerkmal darstellt.

…wird fortgesetzt…

Obacht: 330 = 220! Laufmeter versus Quadratmeter

Wir geben das Gewicht unserer Stoffe generell in Laufmeter (lfm) an. Das Stoffgewicht kann aber auch in Quadratmeter (m²) angegeben werden. Dann erscheint ein Unterschied, wo gar keiner ist: Ein Stoff mit einer Bahnbreite von 150 cm wiegt mit 330g pro Laufmeter logischerweise exakt dasselbe wie mit 220g pro Quadratmeter. Obacht also beim Vergleichen von Stoffen! In den Produktdetails geben wir zur Sicherheit beide Werte an.

Dick Gleich Warm?

Oft fragen uns Kunden nach einem Stoff für einen warmen Mantel und suchen nach einem möglichst dicken Wollstoff. Kann man machen. Doch ein Mantel oder Umhang hat zuallererst die Aufgabe, einem das Wetter vom Leib zu halten. Wenn Wind und Regen draußen bleiben, ist das schon die halbe Miete fürs wohlig-warme Klima im Gewand.

Die andere Hälfte besorgen viele Schichten, die auf der Haut getragen werden, wobei die unterste möglichst eng anliegen sollte. Der Körper erwärmt die Luft zwischen den diversen Schichten und so entsteht die wohlige Wärme, die wir draußen lieben, die uns aber in geschlossenen, geheizten Räumen schnell zuviel wird.

Aber zurück zum Mantelstoff. Wie kann Stoff Wind und Wasser abhalten? Ein einfach gewebter Wollstoff kann das durch seine Dicke, allerdings nur bis zu einem gewissen Punkt. Auch wenn er dicht gewebt ist, geht Wind ab einer gewissen Stärke durch und bläst die warme Luft darunter weg. Wasser bleibt zwar erst einmal draußen, sickert aber mit der Zeit durch und man wird nass.

Abhilfe schafft am besten ein Tuchloden aus reiner Schurwolle; die wird gesponnen und gewebt, wonach der entstandene Wollstoff durch den Prozess des Walkens winddicht gemacht wird. Dabei wird die Wolle zusammengepresst, so dass die einzelnen Haare miteinander verfilzen. Zum feinen Tuch wird der Stoff dann durch das Scheren, bei dem durch Abschneiden hervorstehender Faserenden (dem Flor) eine gleichmäßige Oberfläche erzeugt wird, die durch den Lotoseffekt wasserabweisend ist.

So veredelt, ist der Tuchloden wind-und wasserdicht, ohne allzu dick sein zu müssen, denn seine Dichte erzielt den gewünschten Effekt besser und länger. Natürlich gibt es auch dicke Tuchlodenstoffe, denn am Ende zählen die gestellten Anforderungen. Höchste Ansprüche (=schwere Tuchloden) muss ein Förster stellen, der seine Arbeit auch einmal acht Stunden und länger bei Regen und Kälte im Wald verrichtet. Mittlere (=mittelschwere) Ansprüche stellt ein Reenactor, der nach vier Stunden Schlacht wieder am gemütlichen Lagerfeuer sitzt; mit mittelleichten Tuchloden wird glücklich, wer vielleicht einmal eine Stunde im Regen spazierengehen will.

Soviel zu den Fakten. Persönliche Vorlieben sind natürlich Geschmacksache, über die jede/r für sich selbst entscheidet!

 

 

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