KAUFBERATUNG

Ihr macht vergangene Epochen oder imaginäre Welten hautnah erlebbar? Dann gehört das passende Gewand, Kostüm oder die Uniform zur unverzichtbaren Grundausstattung! Habt Ihr Euch für Epoche, Gebiet und Stand entschieden, dann findet Ihr bei uns Tuch und Stoff für die authentische Darstellung Eurer Figur und Rolle.

Fragen zu Stoffen wie:

  • Welcher Stoff für welches Gewand?
  • Wie dick / Wie dünn? (Der Stoff!)
  • Wie leicht / Wie schwer?
  • Wieviel Stoff brauche ich?
  • Könnt ihr mir eine/n Gewandschneider/in bzw. Maßschneider/in empfehlen?

beantworten wir gerne per Email über unsere Kontakt-Seite oder
telefonisch zu üblichen Geschäftszeiten unter +49 (0) 69 9476 2113.

Themen

330=220!
Stoffkauf ist Vertrauenssache – denn Wolle ist nicht gleich Wolle
Dick gleich Warm?

330 = 220!

Wir geben das Gewicht unserer Stoffe generell in Laufmeter (lfm) an. Das Stoffgewicht kann aber auch in Quadratmeter (m²) angegeben werden. Dann erscheint ein Unterschied, wo gar keiner ist: Ein Stoff mit einer Bahnbreite von 150 cm wiegt mit 330g pro Laufmeter logischerweise exakt dasselbe wie mit 220g pro Quadratmeter. Obacht also beim Vergleichen von Stoffen! In den Produktdetails geben wir zur Sicherheit beide Werte an.

Stoffkauf ist Vertrauenssache – denn Wolle ist nicht gleich Wolle.

Für Alle, die Wert auf größtmögliche Authentizität ihrer Darstellung legen, ist zunächst einmal Grundvoraussetzung, dass der Stoff ihres Gewandes keine synthetischen Fasern enthält. Oft fangen hier schon die Probleme bei der Beschaffung an, denn im normalen Stoffhandel bestehen die meisten angebotenen Stoffe zumindest zum Teil aus Synthetikfasern. Im normalen Leben muss das nicht unbedingt schlecht sein, denn Trage-, Pflege- und optische Eigenschaften können hierdurch positiv beeinflusst werden. Im Zusammenhang mit historischen Darstellungen ist dies jedoch nicht erwünscht. Deshalb sind mit Ausnahme von wenigen Spezialtextilien alle von uns angebotenen Stoffe frei von Synthetik.

Ob ein Stoff naturrein ist, kann man durch eine Feuerprobe leicht überprüfen. Man zündet ein kleines ausgeschnittenes Stückchen Stoff mit einem Feuerzeug an, lässt es kurz brennen und löscht es wieder. Reine Wolle riecht nach verbranntem Haar, aus der Asche entstandene kleine Kügelchen lassen sich leicht zwischen den Fingern zerreiben. Reines Leinen riecht nach verbranntem Papier, auch hier lässt sich die Asche leicht zerreiben. Enthält der Stoff syntetische Anteile, riecht es nach Plastik und es verbleiben kleine, feste Kügelchen.

Die Freiheit von Synthetik ist jedoch lediglich eine Grundvoraussetzung, die nichts über die Wolle oder die Webung aussagt und daher kein Qualitätsmerkmal darstellt!

Dick Gleich Warm?

Oft fragen uns Kunden nach einem Stoff für einen warmen Mantel und suchen nach einem möglichst dicken Wollstoff. Kann man machen. Doch ein Mantel oder Umhang hat zuallererst die Aufgabe, einem das Wetter vom Leib zu halten. Wenn Wind und Regen draußen bleiben, ist das schon die halbe Miete fürs wohlig-warme Klima im Gewand.

Die andere Hälfte besorgen viele Schichten, die auf der Haut getragen werden, wobei die unterste möglichst eng anliegen sollte. Der Körper erwärmt die Luft zwischen den diversen Schichten und so entsteht die wohlige Wärme, die wir draußen lieben, die uns aber in geschlossenen, geheizten Räumen schnell zuviel wird.

Aber zurück zum Mantelstoff. Wie kann Stoff Wind und Wasser abhalten? Ein einfach gewebter Wollstoff kann das durch seine Dicke, allerdings nur bis zu einem gewissen Punkt. Auch wenn er dicht gewebt ist, geht Wind ab einer gewissen Stärke durch und bläst die warme Luft darunter weg. Wasser bleibt zwar erst einmal draußen, sickert aber mit der Zeit durch und man wird nass.

Abhilfe schafft am besten ein Tuchloden aus reiner Schurwolle; die wird gesponnen und gewebt, wonach der entstandene Wollstoff durch den Prozess des Walkens winddicht gemacht wird. Dabei wird die Wolle zusammengepresst, so dass die einzelnen Haare miteinander verfilzen. Zum feinen Tuch wird der Stoff dann durch das Scheren, bei dem durch Abschneiden hervorstehender Faserenden (dem Flor) eine gleichmäßige Oberfläche erzeugt wird, die durch den Lotoseffekt wasserabweisend ist.

So veredelt, ist der Tuchloden wind-und wasserdicht, ohne allzu dick sein zu müssen, denn seine Dichte erzielt den gewünschten Effekt besser und länger. Natürlich gibt es auch dicke Tuchlodenstoffe, denn am Ende zählen die gestellten Anforderungen. Höchste Ansprüche (=schwere Tuchloden) muss ein Förster stellen, der seine Arbeit auch einmal acht Stunden und länger bei Regen und Kälte im Wald verrichtet. Mittlere (=mittelschwere) Ansprüche stellt ein Reenactor, der nach vier Stunden Schlacht wieder am gemütlichen Lagerfeuer sitzt; mit mittelleichten Tuchloden wird glücklich, wer vielleicht einmal eine Stunde im Regen spazierengehen will.

Soviel zu den Fakten. Persönliche Vorlieben sind natürlich Geschmacksache, über die jede/r für sich selbst entscheidet!

 

Wird fortgesetzt…